Wie die Baubranche Facebook sinnvoll nutzen kann

Facebook: sozial netzwerken mit Businessseiten am Bau

Geht es um Social Media, insbesondere Facebook, zeigen sich Bau-Leute gespalten. Von intensiver Nutzung bis Angst (vor dem Unbekannten?) ist jede Gefühlsregung dabei, überwiegend aber leider noch eher ablehnend. Zu Unrecht, wie ich meine!

Natürlich ist das Vertrauen z.B. in das "deutsche" Business-Netzwerk Xing größer, wie Umfragen zeigen. Aber mal ehrlich, wie viele "echte" Kontakte oder konkrete Aufträge haben Sie wirklich schon darüber gewonnen? Und Diskussionen flachen dort i.d.R. relativ schnell ab.

 

Fakt ist aber: 4 von 10 Deutschen nutzen soziale Netzwerke!

Infografik: 4 von 10 Deutschen nutzen Soziale Netzwerke | Statista


Das größere Vertrauen in Xing wiegt m.E. aber die deutlich höhere Verbreitung von Facebook nicht auf. Hinsichtlich der Verbreitung bleibt Facebook trotz ggf. höherer Streuverluste aufgrund seiner Reichweite unangefochten. Und schließlich muss der Wurm (das Angebot) dem Fisch (dem Bauherrn) schmecken, nicht dem Angler (dem Planer)! Facebook ist insbesondere in der westlichen Welt führend, noch vor YouTube (hier der YouTube-Kanal von Planer am Bau) – und das in jeder Altersgruppe!

Bild 1: Die beliebtesten SocialMedia-Angebote sind Youtube und Facebook (Faktenkontor-Social-Media-Atlas 2017/2018)

 


Facebook für sein Geschäft zu nutzen macht Sinn

- selbst Regierungen, kirchliche Organisationen, Verbände oder der kleine Laden "um die Ecke" errreichen über Facebook ihre "Schäfchen", nicht nur große Consumer-Konzerne. Problemlos möglich ist natürlich, seinen privaten Zugang (wobei ein solcher noch nicht einmal nötig ist) strikt von den Facebook-Unternehmensseiten zu trennen. Zudem lässt sich das Vertrauen durch eine offizielle Verifizierung der Unternehmensseite deutlich steigern. Eine Verifizierung durch Facebook, dass es sich um die offizielle Seite eines tatsächlich vorhandenen Unternehmens handelt, erkennen Sie an dem grauen Häckchen neben dem Namen (unterhalb des kleinen Bilds neben dem Hauptbild links auf der Facebook-Seite).

Was bedeuten eigentlich die blauen und grauen Häkchen bei Facebook... und was haben sie mit mehr Vertrauen zu tun?

Seit Ende 2016 hat Facebook einen neuen Verifizierungsprozess eingeführt, der  Mitte 2017 auch in Deutschland angekommen ist. Er bietet Unternehmen die  Möglichkeit, ihre Facebook-Seite verifizieren zu lassen. Das Ziel ist dabei ein Häkchen neben dem Facebook-Namen.

Ein blaues Symbol bedeutet, dass es sich um die echte Seite einer Person des  öffentlichen Lebens, eines (größeren) Medienunternehmens oder einer Marke handelt. Ein graues Symbol bedeutet, dass es sich um die echte Seite eines Unternehmens oder einer Organisation handelt.

Bild2: Focus Online-Seite bei Facebook. Der blaue Haken wird von Facebook selbst vergeben und bestätigt, dass es sich um ein '"öffentliches" (Medien-) Unternehmen handelt

Bild3: verifizierte Facebook-Seite von marketingINGenieur Dr.-Ing. Knut Marhold


Blaue Haken werden von Facebook vergeben, graue Haken kann man selbst beantragen.

Warum sollte man die Facebook-Seite verifizieren lassen?

Facebook verspricht, dass verifizierte Seiten in den Suchergebnissen weiter oben gelistet werden. Das ist schon mal ein wichtiger Grund. Dadurch werden potenziell mehr Besucher die Seite überhaupt finden.

Wichtig erscheint mir jedoch auch das Thema „Vertrauen“. Gegenüber den sozialen Medien, insbesondere ggü. Facebook bestehen bei manchen Menschen (wie oben bereits beschrieben gerade bei Bau-Leuten) Vorbehalte. Eine solche Verifizierung fördert in jedem Fall das Vertrauen darauf, dass es sich nicht um eine Fake-Seite handelt, sondern um ein echtes „geprüftes“ Unternehmen.

Noch ist die Verifizierung nicht bei allen Unternehmen angekommen. Je mehr Seiten es jedoch machen, desto eher wird es auffallen (desto weniger „zieht“ aber Facebooks Hauptargument, da ja nicht alle Seiten „weiter oben in den Suchergebnissen“ angezeigt werden), wenn man seine Seite nicht verifiziert hat. Mit der Zeit wird die Verifizierung für Facebook-Nutzer aber zu einem Qualitätsmerkmal werden.

Sozial netzwerken – online

Nun reicht es natürlich nicht, nur eine Facebook-Seite für das eigene Unternehmen zu haben und sich zu wundern, dass damit nichts passiert. Geben und nehmen ist nicht nur im richtigen Leben entscheidend, sondern auch bei Facebook – dort heißt es „liken“ (gefällt mir) und „sharen“ (teilen). Das ist wichtig, damit Sie (Ihr Unternehmen) im Gespräch bleiben – Social Networking. Die sozialen Netzwerke werden immer mehr zum Bestandteil des Lebens, nicht nur bei jüngeren Menschen. Dabei müssen Sie keinen Social-Media-Manager einstellen, der rund um die Uhr „postet“ oder eine ganze Abteilung (wie z.B. die Telekom) beschäftigen. 1/2 bis 1 Stunde/Woche reicht m.E. aus für ein soziales „Grundrauschen“. Und wenn Sie sich damit schwertun, habe ich weiter unten ein interessantes Angebot für Sie!

Also: Vernetzen Sie sich auf Facebook mit Ihren Kollegen! Ja, es gibt tatsächlich Planungsbüros und Bauunternehmen, die dort aktiv sind. Hier ein paar Beispiele (nur aufrufbar, wenn Sie bei Facebook eingeloggt sind):

Folgen Sie Ihren Kunden auf Facebook

 

Denn sie sind (wahrscheinlich) schon dort! Vernetzen Sie sich daher auch mit Ihren Kunden/Bauherren (und zeigen so Ihre guten Referenzen), aber auch mit passenden Wunsch-Kunden (die Sie so vielleicht sogar auf sich aufmerksam machen), Geschäftspartnern (Nachunternehmern, Lieferanten…), sozialen Organisationen (z.B. Ingenieure ohne Grenzen), Fachverbänden (z.B. BDB oder auch Ihre Kammer), Fachzeitschriften, „Trendsettern“ (wer ist führend in Ihrem Bereich?!)… – mit Sicherheit sind viele davon ebenfalls bei Facebook vertreten. Teilen und „liken“ Sie deren Beiträge und erhalten so die Chance auf Gegen-Likes und mehr Online-„Sichtbarkeit“.

Soziale Medien für Groß und Klein (Social-Media-Atlas 2017/2018)

Der aktuelle Social-Media-Atlas 2017/2018 bringt viele interessante Fakten rund um die Web-2.0-Nutzung in Deutschland. So hat sich Facebook zum Liebling der über 50-Jährigen entwickelt, bewegt sich bei den Jüngsten hingegen in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Bild 4: Facebook vergreist –und das ist gut für die Baubranche (Faktenkontor-Social-Media-Atlas 2017/2018)

 


Auch bei anderen Diensten zeigt sich: Die Nutzung fällt je nach Alter der User sehr unterschiedlich aus. Mit interessanten Ergebnissen für die Baubranche!

So sind bei Teenagern vor allem Instagram, Pinterest, Snapchat und Tumblr beliebt. Snapchat liegt mit 82 Prozent bei den Teenies weit oben, kann aber insgesamt nur 23 Prozent aller Internetnutzer für sich begeistern. Pinterest liegt bei den Jüngsten mit 51 Prozent ebenfalls deutlich weiter vorn als unter allen Onlinern mit 29 Prozent. Erwachsene Internet-Nutzer tummeln sich hingegen besonders häufig bei Xing, Stayfriends und LinkedIn. Die Berufsnetzwerke Xing und LinkedIn haben ihre größten Marktanteile unter den 30 bis 39-Jährigen, wobei Xing mit 31 Prozent hier deutlich vor (dem eher international ausgerichteten) LinkedIn mit 18 Prozent liegt.

Bild 5: Nutzung von Social-Media-Diensten nach Altersgruppen (Faktenkontor-Social-Media-Atlas 2017/2018)

 


YouTube und WhatsApp haben mit 100 und 98 Prozent ebenfalls bei Teenagern ihren größten Erfolg, weisen aber auch bei Nutzern bis 39 Jahren eine überdurchschnittliche Marktdurchdringung auf. YouTube ist sogar in allen Altersgruppen zwischen 14 und 49 Jahren das beliebteste Soziale Medium überhaupt. Und für die Sozialen Medien insgesamt gilt: Sie erreichen weit überwiegend eher Abiturienten als Hauptschul-Absolventen.

Bild 6: Nutzung von Social-Media-Diensten nach Schulabschluss (Faktenkontor-Social-Media-Atlas 2017/2018)

 


Die entscheidende Frage für Bauplaner und Bauunternehmen:

Ist Ihr Unternehmen auf den gleichen Social-Media-Kanälen aktiv wie Ihre Zielgruppe?

Bei den Abiturienten und Studienabgängern (impliziert, dass diese die wichtigsten Entscheidungsträger für Bau-Investitionen in Unternehmen sind) dominieren YouTube und Facebook! Dass Facebook von vielen Bau-Leuten skeptisch gesehen wird, hatte ich bereits erläutert. Aber sind Sie mit Ihrem Unternehmen schon auf YouTube vertreten – mit einem eigenen YouTube-Kanal? Das ist gar nicht so aufwändig wie man meint – hier einige Beispiele:

Und schauen wir uns einmal die von faktenkontor nicht näher betrachteten, aber als Zielgrupe für die Baubranche höchst interessanten Altersgruppen zwischen 30 und 60 Jahren an (Bild 5), so sind es wieder YouTube (70-86%) und Facebook (73-84%), die dort genutzt werden! Immerhin ein „Achtungserfolg“ für Xing, das von 18 bis 31 Prozent der Altersgruppe genutzt wird.

Mit welchen Inhalten punkten – Humor vor Fachwissen

Wenn Unternehmen im Social Web Inhalte posten, dann kommen witzige Fotos und Videos, Infografiken und Gewinnspiele bei den Usern besonders gut an. Zu diesem Ergebnis kommt der PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor. Mehr als 650 Fach- und Führungskräfte aus der PR-Wirtschaft haben an der Umfragereihe mitgemacht.

Bild 7: Mit welchen Inhalten Unternehmen die beste Resonanz in den sozialen Medien erzielen (Quelle: obs/news aktuell GmbH/Sebastian Könnicke)

 


Dabei kommt Humor deutlich besser an als Fachartikel. Das soll nun kein Plädoyer für „flache“ Inhalte sein – aber ein wenig Humor kommt auch offline gut an und wirkt sympathisch. Und das wiederum fördert Vertrauen – und das ist ja der Anfang von allem, wie uns vor einigen Jahren eine bekannte deutsche Bank erklärt hat (die im Übrigen im Vertrauens-Ranking ganz weit hinten liegt, aber das ist eine andere Geschichte). Also „garnieren“ Sie Ihre Leistungsbeschreibungen und Referenzseiten ruhig mal mit witzigen Bildern oder Videos, Infografiken (zugegeben etwas auswändig) oder thematisch passende Kundenzitate. Dann klappt es auch mit Ihrem SocialMedia-Engagement…

ein soziales Angebot (der Werbe-Block)

Wenn Ihnen das jetzt alles als viel zu viel Aufwand erscheint oder/und Sie nicht wissen, wie/wo Sie anfangen sollen, es aber interessant finden und wollen – dann habe ich jetzt zwei interessante Vorschläge: